Inhalt:

Mit einem gleichermaßen komischen wie eindrucksvollen Bild beschreibt Reinhard K. Sprenger den absurden Reflex, mit dem Unternehmen auf Niederlagen im Wettbewerb gegen die Konkurrenz reagieren. Zwei Firmen, „Super“ und „Hyper“, veranstalten jährlich eine Ruderregatta gegeneinander. „Super“ hat in den vergangenen Jahren immer verloren. Also wird sich mittels einer Videoanalyse auf die Suche nach den Ursachen gemacht. Und siehe da: Während bei „Hyper“ acht Ruderer und ein Steuermann im Boot sitzen, hat „Super“ acht Steuermänner und einen Ruderer an Bord. Was also tun? Die Firmenspitze von „Super“ kommt zu dem Schluss, dass der einsame Ruderer mehr motiviert werden muss, damit in Zukunft auch mal das eigene Boot gewinnt. Motivieren als Zauberformel der Führungsklasse, die bei jeder Gelegenheit heruntergebetet wird, wenn ein Mehr an Leistung gewünscht wird – und wann ist dieses Mehr nicht gewünscht? Deshalb werden Unsummen für Motivationsseminare ausgegeben, in denen motiviert wird, und außerdem Tipps und Tricks zur Motivierung von MitarbeiterInnen gegeben werden. Alles umsonst, so Sprenger, denn, wie der Titel seines Buches verrät, ist Motivation ein Mythos, wobei er einen wichtigen Unterschied macht: Motivation ist nach seiner Definition ein Zustand, der durch die Eigensteuerung eines Individuums erreicht wird, Motivierung dagegen ein Ablauf der Fremdsteuerung, erreicht durch „absichtsvolles Handeln des Vorgesetzten“. Ersteres kann der Vorgesetzte nicht positiv beeinflussen, wohl aber kann er sehr viel tun, um motivierte MitarbeiterInnen in die Demotivation zu treiben. Sprenger, das ist die gute Nachricht, belässt es bei dieser Zustandsbeschreibung nicht. Er zeigt Wege aus der „Motivationsfalle“ und beschreibt Eigenschaften, die Führungskräfte benötigen, um „ihren“ Leuten den Spaß an der Arbeit nicht nur nicht zu verderben, sondern diesen Spaß sogar zu fördern.

Autor:

Reinhard K. Sprenger, hat in Philosophie promoviert und gilt als ein radikaler Querdenker, oder wie die „Financial Times Deutschland“ einmal schrieb, als „Deutschlands einziger Management-Guru, der diesen Titel wirklich verdient“. In seinen Vorträgen, Seminaren und Büchern widmet er sich intensiv den bestehenden, von der Mehrheit breit ausgetretenen Irrwegen der Mitarbeiterführung und zeigt den Wahnsinn der „Boni-Mania“, mit der die „Motivationsschraube“ immer weiter angezogen wird.

Reinhard K. Sprenger - Mythos Motivation

Nutzen für das Kfz-Gewerbe

Wie in allen anderen Branchen auch, suchen Führungskräfte des Kfz-Gewerbes eine Antwort auf die Frage: „Wie kann ich meine Leute motivieren?“ Nach Sprenger sollten sie sich lieber fragen: „Was habe ich getan, um meine Leute zu demotivieren?“ Wer dafür die nötige Offenheit und die Bereitschaft mitbringt, in den Spiegel zu schauen, der wird erstaunt sein, wie leicht es ist, jemanden in die „innere Kündigung“, die „innere Selbstpensionierung“ oder den „innerbetrieblichen Vorruhestand“ zu treiben, mit dem Resultat, dass eine „freizeitorientierte Schonhaltung“ im Unternehmen vorherrscht. Immerhin gibt der Autor aber auch Hinweise darauf, dass durch Verhaltensweisen, die alles andere als kompliziert sind und somit von jedem entwickelt und gezeigt werden können, obige Tendenzen vermieden werden können. Letztlich führt, so Sprenger, kein Weg daran vorbei, MitarbeiterInnen als Partner ernst zu nehmen, wenn die Leistungsfreude erhalten werden soll.

Autor: Reinhard K. Sprenger

Thema: Mitarbeiter Motivation

ISBN: 978-3-593-39200-4